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Schloss Habsburg - Stammsitz einer Dynastie
Steinzeitliche und römische Funde auf der Habsburg 
Die ältesten archäologischen Funde, welche während den verschiedenen Ausgrabungen gemacht wurden, stammen aus der Römerzeit und belegen eine lange Dauer der Besiedlung auf dem Burghügel. Doch sind diese Objekte wirklich zur Zeit der Römer auf die Habsburg gelangt? Oder wurden sie von den Bauleuten des Mittelalters auf den Burghügel gebracht? 
 
Der älteste Fund auf der Habsburg ist zweifellos eine Steinbeilklinge, die sich in die Jungsteinzeit datieren lässt. Ob der Burghügel damals bereits besiedelt war, oder ob die Klinge zufällig an diesen Ort gelangte ist, unklar. 
 
Auch einige wenige Keramikscherben aus der Mittelbronze- und Römerzeit kamen ans Tageslicht. Bei den römischen Funden handelt es sich vorwiegend um Baukeramik wie Backsteine oder Ziegel, vor allem Leistenziegelfragmente der in Vindonissa (Windisch bei Brugg) stationierten 21. Legion. In der Vorderen Burg wurden in den Fundamenten des Ostturms auch römische Spolien, wiederverwendete römische Architekturelemente, verbaut. Diese Stücke stammen wohl von Grossbauten aus Vindonissa und gelangten erst im Mittelalter auf die Burg. Letzteres könnte auch für einen Teil der römischen Ziegel aus den Funden gelten. Römische Baukeramik ist in fast allen mittelalterlichen Burganlagen enthalten und diente vielleicht dem mittelalterlichen Ofenbau. Architekturelemente aus bereits vorhandenen, nicht mehr benutzten Bauten wiederzuverwenden, war eine gängige Praktik der damaligen Bauleute. 
 
Eine römische Besiedlungsphase des 1. und 2. Jahrhunderts nach Christus wird wohl mit dem Legionslager Vindonissa in Zusammenhang stehen. Möglich wäre zum Beispiel eine militärische Signalstation auf dem Wülpelsberg mit Sichtverbindung ins Aaretal, zum Bözbergpass und dem Legionslager Vindonissa. 
 
Ob der Platz auch in der zweiten, spätantiken Militärperiode von Vindonissa oder in den vorausgehenden Wirren der Alemanneneinfälle von 259/260 n. Chr. wieder aufgesucht wurde, ist unklar. 
 
Der einzige mit Sicherheit spätrömische Fund ist eine Münze mit dem Konterfei des Kaisers Probus (276-281 n. Chr.). Die Münze stammt aus einer Zeit, in der in Vindonissa nur wenige Truppen anwesend waren. Obwohl es Kaiser Probus gelang, die zuvor eingefallenen Germanen über den Rhein zurückzudrängen, herrschten in dieser Gegend, zumindest zu Beginn seiner Regierungszeit, unsichere Verhältnisse. Vielleicht suchte die Bevölkerung deshalb Schutz und zog sich auf leicht zu verteidigende Anhöhen wie den Wülpelsberg zurück. Möglich ist aber auch, dass die Münze erst im Mittelalter auf den Burghügel gelangte. 
 
Nach einem langen Siedlungsunterbruch erfolgte 1020/30 die Gründung der Burg durch den Frühhabsburger Radbot. 
 
Schloss Habsburg - Stammsitz einer Dynastie
> Über die Gründung der Habsburg
> Eine Rekonstruktion der Doppelburg
> Die Habsburg von 1020 bis heute
> Mittelalterliche Funde
> Die gehobene Lebensweise des Adels
> Die Frühhabsburger
> Weiterführende Literatur


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