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Schloss Habsburg - Stammsitz einer Dynastie
König Rudolf I von Habsburg 
 
 

König Rudolf I von Habsburg
 
   
Nachdem die Familie Habsburg einen zähen und erfolgreichen Kampf um den Ausbau ihrer Position gefochten hatte (sie konnte im 13. Jahrhundert durch das Aussterben anderer mächtiger Familien in der Gegend, den Lenzburgern, den Kyburgern und den Zähringern profitieren), erreichte ihre Macht 1273 einen frühen Höhepunkt. Graf Rudolf IV. von Habsburg (1218-1291) wurde von den Kurfürsten zum deutschen König Rudolf I. von Habsburg gewählt. Die Wahl Rudolfs zum römisch-deutschen König kam für viele Zeitgenossen überraschend, gehörte er doch nicht zu den einflussreichsten Adligen. Die Legendenbildung hat Rudolf I. und die frühen Habsburger oft zu armen Grafen und kometenhaften Aufsteigern stilisiert. Dies stimmt nicht. Die Habsburger waren vielleicht weniger reich als andere Familien, aber arm und ohne Einfluss waren sie keineswegs! Allein der sich stetig vermehrende Besitz diesseits und jenseits des Rheines spricht dagegen. Vielmehr galt Rudolf als mächtigster Dynast im Südwesten Deutschlands. Seine territoriale Macht, sein persönliches Ansehen und seine Kriegserfahrung sprachen bei der Königswahl für ihn. 
 
Rudolfs grosser Konkurrent bei der Königswahl, König Ottokar I. von Böhmen, dessen mächtiges Reich sich von der Ostsee bis zur Adria erstreckte, wollte die Wahl Rudolfs nicht hinnehmen und so zog Rudolf schon bald nach 1273 gegen Ottokar zu Felde. In der Schlacht auf dem Marchfeld 1278 verlor Ottokar von Böhmen gegen Rudolf I. von Habsburg sein Leben. Der Habsburger wurde neuer österreichischer Landesherr. In der Folgezeit sollte die Familie dort ihre Macht festigen und ausbauen. Rudolf verstärkte sein Engagement im Osten Europas und baute in den österreichischen Ländern eine neue starke Hausmacht aus. Auf eine Expansion in den Westen Europas verzichtete er angesichts des Erstarkens des französischen Königtums. Rudolf stellte dem keinen konsequenten Widerstand entgegen solange Frankreich die Grenzen seines Reiches nicht verletzte. 
 
Trotz allem Erfolg verfehlte König Rudolf I. während seiner achtzehnjährigen Herrschaft sein wohl wichtigstes Ziel, nämlich die deutsche Königswürde für das Haus Habsburg erblich zu machen. Noch immer bestimmten die Kurfürsten, die keine neue Dynastie aufkommen lassen wollten, wer deutscher König werden sollte. Rudolfs Sohn Albrecht wurde erst sieben Jahre nach dem Tod seines Vaters zum deutschen König gewählt (1298-1308), sein Enkel Friedrich (genannt der Schöne) wurde sogar nur Gegenkönig von Kaiser Ludwig von Bayern, dem er schliesslich 1322 in der Schlacht bei Mühldorf am Inn unterlag. Friedrich der Schöne musste feierlich für sich und seine Familie auf die Königskrone verzichten. Länger als hundert Jahre waren die Habsburger nun gezwungen, sich auf ihre Hausmacht zu konzentrieren. Erst mit Friedrich III., der 1452 zum Kaiser gewählt wurde, waren die Grundlagen zur habsburgischen Weltherrschaft gelegt. Die römisch-deutsche Kaiserkrone blieb nun bis zum Ende des Reiches 1918 beim Haus Habsburg. 
 
In ihren Stammländereien in der Schweiz verloren die Habsburger allmählich im Kampf gegen die Eidgenossen ihren Einfluss. Zweihundert Jahre lang dauerte die Kraftprobe an, die schliesslich mit dem Sieg der Schweizer endete. 1315 verloren die Habsburger die Schlacht von Morgarten, 1386 die Schlacht von Sempach, bei welcher der Habsburger Herzog Leopold III. erschlagen wurde. Und schliesslich folgte 1474 der feierliche Verzicht der Habsburger auf alles, was die Schweizer inzwischen erworben hatten. 
 
Schloss Habsburg - Stammsitz einer Dynastie:
> Über die Gründung der Habsburg
> Eine Rekonstruktion der Doppelburg
> Die Habsburg von 1020 bis heute
> Steinzeitliche und römische Funde
> Mittelalterliche Funde
> Die Frühhabsburger
> Weiterführende Literatur


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