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KÖNIGSFELDEN: Verwaltungsdirektor André Hug wechselt ins Kantonsspital Bruderholz Basel
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Für mich gilt immer gegenseitiger Respekt
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 Foto: General-Anzeiger Bis zuletzt noch voll im Einsatz: André Hug vor dem Hauptgebäude Königsfelden
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André Hug war neun Jahre Verwaltungsdirektor der Psychiatrischen Dienste Aargau AG. Per 1. April 2006 wechselt er als Direktor ins Bruderholzspital Basel. Was prägte ihn in seiner Arbeit in Königsfelden besonders? Wie hat er im schwierigen Gebiet des Gesundheitswesens seinen Weg gefunden, und wie will er ihn weitergehen?
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General-Anzeiger: André Hug, Sie verlassen die Klinik Königsfelden, wo Sie während neun Jahren die Position des Verwaltungsdirektors der PDAG innehatten. Ab 1. April 2006 werden Sie neu als Verwalter vom Kantonsspital Bruderholz in Basel arbeiten. Was hat Sie zu diesem Wechsel motiviert?
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André Hug: Für mich war nach neun Jahren die Zeit zum Wechseln reif. Zumal ich auch nicht ganz glücklich mit dem neuen Leitungsmodus in Königsfelden bin. Ich war vorher Verwalter und Vorsitzender der Geschäftsleitung. Für letzteres hat man jetzt einen CEO eingesetzt. Meiner Meinung nach hätte es keine weitere Stelle zwischen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gebraucht. Ich habe mich im Baselland beworben und wurde gewählt. Man sagt ja, ein grosses Somatik-Spital sei schwierig zu führen, wegen der vielen Chefärzte. Und gerade das reizt mich. Mir werden rund 1500 Mitarbeitende unterstellt sein – eine grosse Herausforderung.
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Was hat Sie bei Ihrem Engagement in Königsfelden am meisten geprägt?
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In der Psychiatrie stehen Menschen und die Gesprächte – teilweise sehr intensive – im Vordergrund. Das wirkt sich auf das ganze Arbeitsklima aus. Die Ärzte reden mit ihren Patienten tauschen sich aber auch mit den Pflegenden aus. Bei uns steht die Worteindeutig vor der Schreibkultur.
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Sowohl in Ihrem jetzigen als auch zukünftigen Tätigkeitsbereich im Gesundheitswesen wird dauernd über Sparmassnahmen diskutiert. Was haben Sie diesbezüglich erreicht und was wolen Sie noch erreichen?
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Rosig war die Lage nie. Aber wir haben das Budget bis auf eine Ausnahme immer einhalten können. Dabei galt es für das Geld zu kämpfen und zu akzeptieren, dass man nicht immer alle Projekte realisieren oder den Stellenplan voll ausschöpfen konnte. Wir haben unsere Aufgabe gut gelöst und das vor allem (und manchmal trotz allem) mit einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit. Ich hoffe, dass wir vom Gesundheitsdepartement BL auch für das Bruderholzspital Budgets zugeteilt bekommen, die einhaltbar sind. Mir liegt auf jeden Fall daran, dass es ein gutes Spital bleibt, wo qualifizierte Fachkräfte gerne arbeiten, und in das die Patienten Vertrauen haben.
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Wie würden Sie ihren Führungsstil bezeichnen und was braucht es für den noch amtenden Leiter einer der grössten psychiatrischen Kliniken der Schweiz, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren?
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Als ich kam, hat man nicht mit dem Verwaltungsdirektor geredet. Er war eine Figur hoch oben in der Hierarchie, wo man nur hinging, wenn es ganz schlimm kam. Ich habe dieses Hierarchiedenken durchbrochen und von Anfang an in allen Situationen das Gespräch gesucht. Für mich gilt es, sich gegenseitig mit Respekt zu behandeln, auf Anliegen einzugehen und sich seiner Vorbildrolle bewusst zu sein. Man soll die Leute so behandeln, wie man selber von ihnen behandelt werden möchte.
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Sie haben die Projektleitung für die Verselbständigung der Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie der Psychiatrischen Dienste Aargau PDAG übernommen und erfolgreich über die Bühne gebracht. Wie wichtig war das für Sie?
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Für mich stand im Vordergrund, über mehr Selbständigkeit für Entscheide zu verfügen und dabei weniger abhängig von den Departementen der Zentralverwaltung, des Regierungsrats und des Grossen Rats zu sein. Die drei Institutionen haben jetzt mehr Freiheiten, will heissen: das Spital kann bei einzelnen Ausgabeposten über und bei anderen unter dem Budget sein. Finanzen können viel flexibler umverteilt werden, weil man nicht mehr so streng an detaillierte Kostenangaben gebunden ist.
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Ist Ihre Nachfolge in Königsfelden gesichert?
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Der Verwaltungsrat hat entschieden, wieder einen Verwaltungsdirektor zu suchen. Es gibt eine reguläre Ausschreibung. Namen sind bis jetzt natürlich noch nicht bekannt.
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In Ihrer Arbeit geht es vor alem um menschliche Schicksale. Ist man im verwalterischen Bereich, wo Sie tätig sind, abgeschottet davon?
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Eher. Hier geht es um Personalführung, Projektbegleitung usw. Aber man trifft trotzdem immer wieder psychisch kranke Patienten auf dem Gang durch die Klinik. Das ist hier sehr speziell.
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Was geht Ihnen menschlich nahe?
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Schon die Schicksale. Ob in einer psychiatrischen oder somatischen Klinik: täglich ist man mit Krankheit und Leid konfrontiert. Mir wird dann immer wieder bewusst, dass ich gesund bin, was keine Selbstverständlichkeit ist.
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