 EIGENAMT:
Spielgruppen für Kinder und Eltern eine gute Sache
 Bald so selbstverständlich wie der Kindergarten?


Spielgruppen liegen im Trend. Auch im Eigenamt hat man bzw. frau die
Zeichen der Zeit erkannt. Dank initiativen Müttern gibt es bald in allen
Gemeinden Spielgruppen, die meist auf privater Basis betrieben werden.
Es stehen heute verschiedenste Möglichkeiten für die
Kleinkinderbetreuung ausserhalb des Elternhauses offen: von «Chrabbelgruppen»
für die ganz Kleinen über Müttertreffs mit Kindern, gemeinsame
Spielnachmittage bis hin zur organisierten Spielgruppe mit einer konstanten
Gruppe von Kindern im Vorkindergartenalter. Vor allem die Spielgruppen (für
Kinder ab ca. drei Jahren) erfreuen sich einer ständig wachsenden
Beliebtheit, was auch die steigende Nachfrage an Spielgruppenplätzen in
vielen Gemeinden belegt.
 Die
Spielgruppe knüpft Kontakte Kleine Kinder brauchen den Kontakt zu
anderen Kindern. Grossfamilien mit vielen Kindern sind heute selten geworden,
kleine Familien mit einem oder zwei Kindern gibt es immer häufiger. Hier
sind die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen. Das Umfeld für soziales
Lernen innerhalb der Familie ist daher eingeschränkt. Oft finden sich auch
innerhalb der Nachbarschaft keine geeigneten Kontaktmöglichkeiten. Zudem
sind heutige Familien weniger sesshaft, wechseln oft gezwungenermassen
häufiger den Wohnort, was ein zusätzliches Handicap für den
Aufbau dauerhafter Beziehungen unter Kindern, aber auch für deren Eltern
darstellt. Durch die Spielgruppe haben es nicht nur die Kinder leichter, neue
Freundschaften zu schliessen, auch deren Eltern profitieren von der Möglichkeit,
Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen mit anderen Eltern gleichaltriger
Kinder auszutauschen.
 Die
Spielgruppe als Ablösungshilfe Während die einen Kinder kaum
Probleme damit bekunden, wenn sie die ersten Schritte in eine ungewohnte
Umgebung und zu einer neuen Bezugsperson machen, tun sich andere dagegen wieder
sehr schwer, sich von den engsten Bezugspersonen zu lösen. Der Besuch einer
Spielgruppe hilft dem Kind, den Ablösungsprozess besser zu verkraften,
erleichtert ihm den Übergang von der Familie zur Grossgruppe im
Kindergarten.
 Hauptsache
Spielen Für Kinder im Vorschulalter steht das Spielen im
Mittelpunkt ihres Lebens. Dadurch lernen sie ihre Umwelt kennen und machen ständig
neue Erfahrungen. Sie sind überaus entdeckungsfreudig und möchten ihre
Kreativität und Fantasie ausleben können. Spielgruppen bieten die Möglichkeit,
diese Bedürfnisse auch ausserhalb der Familie zu befriedigen. Und
sehr wichtig für die kindliche Entwicklung in einer Spielgruppe
haben die Kinder Gelegenheit, erste Kontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen.
 Therese
Meyer-Hediger, langjährige Kindergärtnerin mit heilpädagogischer
Zusatzausbildung und Leiterin der gut besuchten Spielgruppe «Chäferlitreff»
in Schinznach Bad, weist auf die vielen guten Gründe hin, die den Besuch
einer Spielgruppe für jedes Kleinkind so wertvoll machen: «Die Kinder
machen erste Erfahrungen in einer Gruppe von sechs bis zehn Kindern. Prinzipiell
steht das Gemeinschaftserlebnis auf spielerischer Basis immer im Zentrum aller
Aktivitäten. Jedes Kind sollte aber auch seinen Freiraum innerhalb der
Gruppe haben und sich indivuell entfalten können. Dabei steht das Spielen
absolut im Vordergrund.»
 Dennoch
sei es wichtig und auch von grossem Vorteil für den späteren Besuch
des Kindergartens, dass die Kinder gewisse einfache Regeln für ein
angenehmes Miteinander kennen lernen: «So zum Beispiel sich beim
gemeinsamen z'Nüni einzuordnen, Rücksicht zu nehmen, einander zu
helfen, aufeinander zu hören und tolerant gegenüber den "Gschpänli"
zu sein, sich aber mitunter auch behaupten zu können», meint die
Spielgruppenleiterin weiter. Ausserdem lege sie Wert auf eine enge und gute
Zusammenarbeit mit den Müttern, die im Falle der vor zwei Jahren ins
Leben gerufenen Spielgruppe «Chäferlitreff» in Schinznach Bad
aktiv bei der Betreuung der Kinder mithelfen.
 Neu
in Scherz: «Spielstube Kunterbunt» Die jüngste
Spielgruppe im Eigenamt, die «Spielstube Kunterbunt» in Scherz, öffnet
am 14. Oktober ihre Türen. Die künftigen Spielgruppenkinder hatten am
Tag der offenen Tür Ende September Gelegenheit, die Spielstube ausserhalb
der eigenen vier Wände zu beschnuppern und sich in den praktisch
eingerichteten, gemütlichen Zimmern zu vergnügen.
 Bei
Initiantin und Gründerin Claudia Willi, einer ausgebildeten Kindergärtnerin,
stehen bereits fünfzehn Kinder (auch einige aus der Gemeinde Habsburg) auf
der Liste, sodass sie schon von Anfang an zwei Gruppen betreuen kann. Für
Claudia Willi ist es wichtig, dass sich die Kinder unbeschwert beschäftigen
können, dass sie das tun dürfen, wonach sie gerade Lust haben und sie
dennoch erste Erfahrungen in der Gruppe sammeln können. mm
| ZUM THEMA |
Sie führen Spielgruppen Birr: Gabi
Pabst Tel. 444 76 18
 Birrhard: Anneliese
Furter Tel. 225 22 83
 Hausen: Beatrice
Lenzin Tel. 444 73 63
 Lupfig: Evi
Bossard Tel. 444 97 33
 Mülligen: Rosmarie
Riniker Tel. 225 16 71
 Scherz
(auch für Habsburg:) Claudia Willi Tel. 444 74 35
 Schinznach
Bad: Denise Deragisch Tel. 443 23 19
 Schinznach
Dorf: Ursula Fritz (Elternverein) Tel. 443 15 06
 Windisch: Marianne
Ineichen Tel. 441 87 69 Käthi Schmid Tel. 441 93 24 | |